Samstag, 23. Februar 2013

Murphys Computergesetze: Textverarbeitung

Textverarbeitungsprogramme sind der geglückte Versuch, nichtsahnenden Menschen 1500 Euro für das Versprechen abzuknöpfen, er könne mit rund 300 leicht zu merkenden Befehlen Schreibmaschine und Tippex ersetzen und hätte trotz des Programms noch die Zeit, sich auf das zu konzentrieren, was er eigentlich schreiben will.

Neben der eigentlichen Arbeit des Schreibens kann der Anwender mit einer Textverarbeitung noch eine Menge nützlicher Dinge tun. Das ist zuallererst und im wesentlichen die Erlernung der Bedienung des Textverarbeitungsprogramm selber. Hat er daneben noch ein wenig Zeit, kann er gegen die Hilfe des Textarbeitungsprogramms zusätzliche Arbeiten erledigen lassen.

Zum Beispiel die Arbeit mit Textbausteinen (eine Art Floskelgenerator zum Einfügen unnötiger Textpassagen an Stellen, an denen sie nicht passen), die Verwaltung von Kopf- und Fussnoten (die automatisch dorthin plaziert werden, wo sie den Autor stören und der Leser sie nicht findet) oder die Serienbrieffunktion (mit der man veraltete Adressen in einen überflüssigen Brief automatisch so einfügen kann, dass die Hälfte der Adressen falsch ausgedruckt werden und so die Rücklaufquote durch die Post mit dem Vermerk "unbekannt" über neunzig Prozent beträgt; die anderen zehn Prozent werden von den Empfängern weggeschmissen).

Wie alle Programmgattungen, die vornehmlich zur sogenannten "Informationsverarbeitung" verwendet werden sollen, dienen auch Textverarbeitungsprogramme dazu, den von Wilhelm Tore in die Welt gesetzte Traum der "Information at your fingertips" umzusetzen. Nach murphyologischen Erkenntnissen ist dieser Traum längst Warheit geworden, sofern man ihn nur richtig übersetzt: "Wasserfeste Druckfarbe an den Händen".

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